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Das Web 2.0 als Konkurrenz für klassische DatingseitenWenn man die flächendeckende Verbreitung des Internets von den Anfängen rund um die Jahrtausendwende bis zum heutigen Tage betrachtet und den Schwerpunkt dieses Rückblicks auf den "Kontaktmarkt Internet" legt, so lässt sich feststellen dass sich viele Dinge geändert haben, andere hingegen nicht. Gleich eingangs soll in diesem Zusammenhang festgestellt werden, dass klassische Datingseiten nach wie vor ganz oben auf der Beliebtheitsskala der Internet-Singels stehen, die nach wie vor in rasantem Wachstum begriffene Anzahl immer spezialisierterer Angebote unterstreicht dies deutlich. Mit dem Terminus "spezialisiert" ist bereits ein wichtiger Trend gekennzeichnet welcher sich während der letzten Jahre manifestierte. Der Weg führt weg vom Mainstream-Angebot hin zu auf spezifische Benutzererwartungen zugeschnittene Portale wobei die sexuelle Orientierung genauso Unterscheidungsmerkmal sein kann wie die Hautfarbe, die Religion, die Lebenseinstellung an sich etc. Dem angesprochen Trend "Weg vom Mainstram" fielen denn auch die Vielzahl reiner Textchats zum Opfer welche zum Anfang des Jahrtausends die größte Konkurrenz zur online aufgegebenen Kontaktanzeige darstellten. 2003 / 2004 etablierten sich denn auch die ersten ernst zu nehmenden Internet-Partnervermittler in der heute bekannten Form. Ernsthafte Konkurrenz bekamen diese auf das Segment Partnersuche zugeschnittenen Portale durch das Web 2.0 und dem folgenden Boom mehr oder weniger gewinnbringender Web Communities auch hierzulande. Wussten vor drei Jahren viele Internentnutzer mit Namen wie "MySpace", "YouTube", "FaceBook", "Flickr" oder "Twitter" noch wenig bis gar nichts anzufangen erfreuen sich diese virtuellen Gemeinschaften heute auch in Deutschland einer stetig wachsenden Nutzergemeinschaft. Neben den genannten Branchengrößen gibt es auch hier Communities mit Spezialisierung auf bestimmte Personengruppen, auf berufliche oder private Interssensprofile etc. Stellvertretend genannt sei in diesem Zusammenhang das Studenten-Netzwerk "StudiVZ" oder die Business-Plattform "XING". Auch hier sind der Spezialisierung so gut wie keine Grenzen gesetzt, Esoterikfreaks finden genauso Gleichgesinnte wie Hundeliebhaber, Sport-Interessierte genauso wie Genealogen. Grundsätzlich lässt sich festellen dass reine Datingseiten und die bunte Welt der Web 2.0 Communities gut nebeneinander existieren können, beide Formen bieten Vor- und Nachteile, zahlreiche User verbinden die beiden "Welten" denn auch indem sie hier wie dort aktiv sind. Klassische Datingseiten zeichnen sich durch einen mehr oder weniger hohen Standardisierungsgrad (Stichwort "Profil") und - anbieterabhängig - einen hohen Anonymisierungsgrad aus. Abgesehen von einigen Ausnahmen sucht hier jeder für sich alleine sein Glück, zudem sind die allermeisten Portale mittlerweile kostenpflichtig. Wer sich dagegen in der Welt des Web 2.0 bewegt der kann dies in aller Regel kostenlos tun, dem Ursprungsgedanken folgend steht hier ganz klar die Vernetzung der Miglieder untereinander im Vordergrund. Dem User stehen zahlreiche Features wie eigene Weblogs, Fotoalben, Videogalerien etc. zur Verfügung, ähnlich dem Usenet ist hier Anonymität nicht unbedingt DAS Thema, das Preisgeben der wahren Identität denn auch durchaus erwünscht. 
Wenn man nun Vor- und Nachteile der beiden genannten Internet-Alternativen für Singels auf Suche gegegenüberstellen möchte, so ergibt sich folgendes Bild: Web 2.0 Communities bieten den Vorteil dass sie zum einen in fast allen Fällen komplett kostenlos sind und zum anderen ein sehr persönliches und detailliertes Bild einer bestimmten Person erschließen. Anstatt standardisierter Profile findet der User in vielen Fällen umfangreiche Lebensläufe, Fotos vom letzten Urlaub, private Weblogs (ermöglichen oft tiefgehende Einblicke in Leben und Denken des Verfassers) und vieles mehr. Der Grundgedanke einer vernetzten Gemeinschaft macht die Kontaktaufnahme leicht, Virtualität und Realität liegen vergleichsweise nahe beieinander. Last but not least dürfte der Fake-Anteil im Web 2.0 deutlich geringer sein als dies bei reinen Singletreffs (vor allem kostenfreien) der Fall ist. Auf der anderen Seite bietet das Internet dem Partnersuchenden spezialisierte Partnerbörsen welche den (ganz entscheidenden!) Vorteil besitzen, dass sich Menschen mit einem eindeutigen Erwartungshorizont treffen. Wie sich auch Nicht-Freaks erschließen dürfte treffen sich bei MySpace oder FaceBook Menschen mit unterschiedlichsten Persönlichkeitshintergründen, es ist in vielen Fällen nicht erkennbar ob jemand auf der Suche nach einem Partner (oder auch einem Seitensprung etc.) ist zumal viele User derartige Infos - aus unterschiedlichsten Gründen - vielleicht auch gar nicht "hinausposaunen" möchten. In einem Business-, Studentent- oder Hundeliebhaber-Netzwerk ist dies auch nicht unbedingt von besonderem Interesse. Dem Gedanken "kostenfrei vs. kostenpflichtig" soll an dieser Stelle etwas eingehender Rechnung getragen werden: Grundsätzlich freut sich natürlich jeder Mensch wenn er etwas "umsonst" bekommt, jedoch haben kostenpflichtige Angebote auch ganz klare Vorteile. Wer bei einer professionellen Partnerbörse bereit ist zu bezahlen, der sucht in der Tat ernsthaft (!) nach einem Partner. Wenn das Angebot auch für Frauen kostenpflichtig ist, so macht sich dies zudem in einer rapiden Abnahme des Anteils an Fake-Mitgliedern bemerkbar. Des Weiteren sei angemerkt, dass der Community-Gedanke im Web 2.0 sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Nicht jeder User hat Zeit oder auch Lust in Foren zu diskutieren, zu bloggen, Freundeskreisen beizutreten (und dort auch mitzuwirken) etc. Vollwertige Mitglieder einer Web 2.0 Community sollten dies aber tun, das Dasein auf einer reinen Datingseite ist da deutlich stressfreier. Last but not least bieten nahezu allen Singelangebote (zumindest optional) höchstmögliche Anonymität bei der Teilnahme, dies ist in vielen Spezialbereichen auch unverzichtbar (Stichwort "Seitensprung"). Vor- und Nachteile der beiden Alternativen abwägend zum Schluss eine kurze Zusammenfassung: In einer innovativen Community besser aufgehoben sind all jene Partnersuchenden welche die virtuelle Realität bereits für sich entdeckt haben und das Leben in dieser Virtualität mit dem damit verbundenen Zeitaufwand zu schätzen wissen. Zudem eignet sich diese Variante für User welche kein Problem damit haben ihren Beziehungsstatus und ihre Absichten einer großen Gemeinde bekannt zu geben und / oder Menschen welche Wert auf ein komplett kostenloses Angebot legen. Spezialisierte Singletreffs sind hingegen dann die bessere Wahl wenn die Partnersuche geplant und zielstrebig ablaufen und mit möglichst hohen Erfolgschancen verbunden sein soll. Zudem sind all jene User angesprochen welche nur einen beschränkten Zeitrahmen für das Internet zur Verfügung haben und die Realität der Virtualität vorziehen. Ebenfalls durchaus von Bedeutung ist der hohe Anonymitätsfaktor bei spzialisierten Onlinedating-Seiten.
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